Aufstellungen
Aufstellungen sind ursprünglich eine Methode der Familien- und Psychotherapie, bei der ein Klient Stellvertreter für seine Familie oder ein anderes Beziehungssystem im Raum aufstellt. Sie sind somit Simulationen der realen Welt und erlauben uns einen Blick von außen auf unsere Situation. Weil mit Stellvertretern anstelle der realen Personen gearbeitet wird, ist es leichter sich einer problematischen Situation zu stellen. Durch das Phänomen der „Repräsentanz“ fühlen sich die Stellvertreter in die jeweiligen Personen ein, für die sie aufgestellt wurden (also z.B. der Partner, Familienmitglieder oder Kollegen). Dadurch wird das Beziehungsgeflecht der Personen untereinander sichtbar und ungelöste Konflikte und Verstrickungen erkennbar.
Außer Personen können auch Symptome, Ängste oder andere Gefühle aufgestellt werden. Meistens stehen sie für Personen, zu denen problematische Beziehungen bestehen.
Erfahren Sie hier mehr über die einzelnen Aufstellungsarten:
Repräsentanz
Der Klient wählt Personen aus, die stellvertretend für Familienmitglieder oder andere relevante Personen im Raum positioniert werden. Die Stellvertreter nehmen die Positionen ein und erleben die Beziehungen und Dynamiken aus ihrer Perspektive, oft mit erstaunlichen Übereinstimmungen mit den tatsächlichen Verhältnissen.
Ziel: Die Aufstellung soll helfen, unbewusste Verstrickungen, Loyalitäten, Konflikte und Blockaden zu erkennen und zu bearbeiten, um so zu einer positiven Veränderung im Leben des Klienten beizutragen.
Anwendungsbereiche:
- Psychische Probleme wie Depressionen, Ängste, psychosomatische Erkrankungen
- Beziehungsprobleme in Partnerschaft, Familie, Beruf
- Wiederkehrende negative Muster und Verhaltensweisen
- Suche nach Klärung bei familiären Konflikten und Traumata
- Persönliche Entwicklung und Sinnfindung
Online-Einzelaufstellungen kommen ohne mehrere Stellvertreter aus. Hier schlüpft der Berater (in dem Fall ich) jeweils in verschiedene Personen. Einzelaufstellungen sind deshalb für den Berater besonders anspruchsvoll, weil er sich nacheinander in verschiedene Personen, bzw. Lebensabschnitte einfühlen muss. Für den Klienten (also Sie) hat es den Vorteil, dass keine Präsenz vor Ort nötig ist. Darüber hinaus wird hier absolute Diskretion gewahrt, weil die Interaktion nur zwischen Klient und Berater stattfindet. Unabhängig davon können Einzelaufstellungen alle möglichen Themen bearbeiten. Voraussetzung ist ein funktionierender Video-Chat (WhatsApp, Signal, Zoom usw.) und dass der Klient alleine und ungestört ist.
Lebens-Integrations-Aufstellung:
Der Lebens-Integrations-Prozess (LIP) ist eine Form der Aufstellungsarbeit, die auf der Idee basiert, dass das eigene Leben, mit all seinen positiven und negativen Erfahrungen, als wertvoll und richtig anerkannt wird. Es geht darum, das eigene Leben, von der Zeugung bis heute, aus der Perspektive des Erwachsenen zu betrachten und die verschiedenen Lebensstufen (ungeborenes Kind, Baby, Kind, Jugendlicher) durch Stellvertreter zu repräsentieren. Ziel ist es, das eigene Potential zu erkennen und zu entfalten, sowie Frieden mit der eigenen Biografie zu schließen.
Kernpunkte des LIP:
Lebensrad: Der LIP stellt das Leben als einen Kreis dar, der verschiedene Lebensstufen (Ungeborenes Kind, Kind, Jugendlicher, Erwachsener, etc.) repräsentiert.
Stellvertreter: Durch Stellvertreter werden die verschiedenen Lebensstufen dargestellt, wodurch der Klient aus der Perspektive des Erwachsenen auf seine Vergangenheit blicken kann.
Akzeptanz: Es geht nicht darum, Probleme zu lösen, sondern darum, das Leben anzunehmen, wie es war und ist, und die Erfahrungen als Teil des eigenen Weges zu integrieren.
Potentialentfaltung: Der LIP soll helfen, das eigene Potential zu erkennen und den Weg frei zu machen, damit es sich entfalten kann.
Versöhnung: Es geht um eine Versöhnung mit der eigenen Biografie und um ein tieferes Verständnis für sich selbst und den eigenen Lebensweg.
Im Gegensatz zu anderen Aufstellungsformaten:
- Der LIP setzt kein spezifisches Thema oder Anliegen voraus.
- Der Fokus liegt nicht auf der Beziehung zu anderen, sondern auf der Beziehung zu sich selbst.
- Es geht nicht um Selbstoptimierung, sondern um Selbstannahme und Selbstliebe.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Lebens-Integrations-Prozess ein Weg ist, um das eigene Leben in seiner Gesamtheit zu betrachten, anzunehmen und die darin enthaltenen Potenziale zu entdecken und zu entfalten.
Konfliktaufstellungen, bzw. Systemisch-phänomenologische Konflikttransformation (SPKT):
Ungelöste Konflikte können zerstörerisch wirken und im schlimmsten Fall tödlich sein. Sie können aber auch produktiv genutzt werden. Konflikte weisen auf konkurrierende Interessen, Vorstellungen und Wahrnehmungen hin und bringen ungeklärte Regeln und instabile Hierarchien zum Vorschein. Sie sind dann produktiv, wenn sie bei der Aushandlung von Regeln und bei der Entscheidungsfindung helfen. Ein Konflikt entsteht, wenn sich beim Aufeinandertreffen der Kontrahenten eine Seite bedroht fühlt. Dabei ist es irrelevant, ob eine reale Bedrohungslage existiert oder nicht. Entscheidend ist, ob sich eine Seite real bedroht fühlt und ob und wie die Bedrohung von der Gegenseite, bzw. der Außenwelt genommen wird. Normalerweise reagieren wir bei Bedrohung mit dem Flucht- oder Kampf-Modus. Dann reicht es häufig schon, wenn die „bedrohte“ Partei ihre Angst und Befürchtung wahrnimmt und wahrgenommen und gesehen wird, um zu einer De-Eskalation beizutragen.
SPKT ist eine Aufstellungsmethode, mit der die unterschiedlichen Perspektiven und Bedürfnisse der jeweiligen Kontrahenten zum Vorschein gebracht werden. Entscheidend ist, dass es dabei zum Interessensausgleich oder zum Austausch unterschiedlicher Standpunkte kommen kann, ohne dass sich jemand bedroht fühlen muss.
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